Neulich auf Facebook: der neue NETTO-Supermarkt

Facebook Soziale Medien sind eine Kommunikations-Plattform. Dort kursieren viele Meinungen, nicht alle sind richtig. Wir haben ein paar Kommentare auf den Prüfstand gestellt.

 

„Dann kommt die zusätzliche Lärmbelästigung für die Anwohner der Donauwörtherstr. und die Siedlungsbewohner gegenüber dem geplanten Markt hinzu.“

Im gleichen Atemzug reduziert sich der Verkehr in der Bertoldsheimer Straße um die Verkehrsteilnehmer, die an den neuen Standort fahren. Netto rechnet zudem mit Kunden, die ohnehin schon die Donauwörther Straße befahren. Das wäre dann auch keine Mehrung.
 


„Die LKWs dieser Lieferanten müssen dann ja wieder durch den Ort und somit wird der Verkehr in Richtung Ortsmitte wieder stärker.“

Laut Netto befährt der „Lieferant“ bereits jetzt die Donauwörther Straße, wenn er von Rain aus den Markt in der Bertoldsheimer Straße beliefert (oder umgekehrt). Die Netto-Prognose besagt eine Anlieferung per Lkw am Tag, meist weniger. Das entspricht z. B. dem Zuwachs an Lieferverkehr, als würde ein ortsansässiger Getränkehersteller seinen Fuhrpark von 18 auf 19 Lkw vergrößern und damit auch die Donauwörther Straße befahren. Also völlig unkritisch und zumutbar.

Ganz anders sähe dies aus, wenn die geplante Ausleitung der Bundesstraße B 16 im Rahmen des mehrspurigen Ausbaus durch den Ort erfolgen würde. Damit kann und darf niemand einverstanden sein.
 



 

„…(ich) mein halt, dass das nicht unbedingt sein müsste, wenn man schon einen bestehenden Netto hat.“

Der Haken daran: Der Verbraucher entscheidet mit dem Geldbeutel. Würden die Zahlen stimmen, wäre Netto nicht auf die Idee gekommen, den Standort zu wechseln.

Hintergrund: Der Verbraucher von heute wünscht größere Märkte, ansprechende Ausgestaltung, übersichtliche und helle Verkaufsräume, keine Regalwände u.v.m. Dies ist am aktuellen Standort nicht realisierbar. Netto erhofft sich am neuen Standort mehr Zuspruch.
 


Schlauer ist man immer am Ende des Buches. Es bietet sich nur die Möglichkeit der Erfahrung, Markterkundung und Prognose. Als Gemeinde muss man darauf vertrauen, dass ein Unternehmen nicht blind ins Nichts plant. Bei dem aktuellen Vorhaben haben uns die Verantwortlichen vermittelt, dass die Planung wohldurchdacht ist.

Das Thema Nahversorgung wird im Rathaus und Gemeinderat sehr wohl recherchiert, hinterfragt, erörtert und nicht einfach blind behandelt. Übrigens auch ein häufiges Gerücht insbesondere derer, die den Sitzungssaal nur vom Namen her kennen.
 

Standortfaktoren für qualifizierte Nahversorgung

Ein Markt mehr oder weniger … darauf kommt‘s nicht an, könnte mancher sagen. Netto ist bestrebt, Standorte zu halten, zu sichern oder neue zu entwickeln. Bevor gebaut wird, erkundet Netto den Markt ausgiebig. Viele Faktoren spielen bei der Standortanalyse eine Rolle, z.B. Grundstücksgröße/-zuschnitt, Bodenbeschaffenheit, Kaufpreis, Baurecht, Topographie, Erschließungszustand, Standort, Parkplätze, Verkehrsanbindung etc.

Ebenso entscheidend: Einzugsgebiet und fußläufiges Naheinzugsgebiet, demographische Prognose, Anzahl und Stärke des Wettbewerbs, Kaufkraft der potenziellen Kunden usw.
 

Netto sagt im Fall Burgheim:

Wir leben vom täglichen Einkauf. Darum ist die Nähe zur Wohnbebauung für uns entscheidend. Genauso wie der bestehende Verkehr von und nach Rain. Konsumenten fahren auch nicht bewusst von der B 16 ab, um am jetzigen Netto-Standort einzukaufen.

Die Konzentration zweier ähnlicher Märkte am aktuellen Standort ist ebenso ein Kriterium für den Standortwechsel. Discounter wie Aldi, Lidl etc. leben vom Wocheneinkauf - Netto, Edeka, Rewe hingegen vom täglichen Einkauf. Deshalb stören sich Discounter und Netto nicht oder nur wenig. Rewe, Edeka, Netto bedienen hingegen weitgehend dieselbe Zielgruppe.
 

Mal ganz offen:

Wir sind am Land und nicht in München, wo jede noch so kleine Supermarkt-Lösung funktioniert, weil sie mehr Verkaufszahlen produziert als jede große Lösung hier bei uns. Damit stand für die Entscheidung im Rat auch ganz klar fest: Die Alternative hieße Schließung am Standort Burgheim! Mehr Spielraum gab es nicht.

Aus Sicht des Marktgemeinderates Burgheim (und der meisten Bürger) wäre das definitiv nicht die richtige Lösung. Der Netto-Markt hat sich etabliert, gehört längst zu Burgheim und wir müssen froh sein, dass

  • wir zwei Lebensmittel-Nahversorger am Ort haben und Netto sich nicht zurückzieht, sondern den Standort sichert,
  • wir uns nicht mit Dorfläden befassen müssen,
  • zumindest ein Teil der Menschen fußläufig oder per Rad einkaufen kann oder mit dem Auto nur kurz unterwegs sein muss.

Man kann

a) unsachlich argumentieren und mehr oder weniger passende Argumente finden oder
b) man kann sich informieren, Vor- und Nachteile realistisch und sachlich abwägen und sich dann erst ein Urteil bilden.
Genau das hat der Gemeinderat getan. Deshalb auch der klare Beschluss zur Sicherung des Netto-Marktes am Standort Burgheim.
 

Denkmalschutz ist wichtig

Was die Bodendenkmäler am neuen Standort betrifft: es kostet Geld. Netto sagt dazu: das ist heute längst „Standard“ bei unseren Bauvorhaben.

Neulich in Facebook - Bodendenkmäler

Rote Flächen zeigen bekannte Bodendenkmäler, aber auch in der weiteren Umgebung davon ist Bodenerkundung gefordert. Grafik: Markt Burgheim (GIS)
 

Unser Recherche-Ergebnis in Abstimmung mit dem Bauamt des Landratsamtes hat dabei geholfen. Am Beispiel Supermarkt Manching wurde uns erklärt, dass der Denkmalschutz kein echtes Problem war. Das Baufeld wird vorab untersucht. Der Eingriff beim Bau des Supermarktes ist, was den Boden betrifft, eher „minimal-invasiv“. Es gibt keinen Keller wie bei Einfamilienhäusern, oft nur einen Leitungsgraben für Wasser, Strom, Abwasser etc. Dieser stellt den größten Eingriff dar, ist aber beherrschbar.

Die Gefahr für etwaige historische Relikte ist geringer als beim Bau einer klassischen Wohnsiedlung mit Kellern, wie z. B. am Rainer Weg. Auch der Bau des heutigen Sportplatzes und was davor dort stand, hat einst weitaus größeren Schaden angerichtet, als es bei heutigen Vorhaben der Fall sein wird.

Heute werden Schutzvorkehrungen getroffen, wie Vlies-Einbau etc. Die Schutzgüter bleiben „in situ“, die Bodenplatte konserviert, was darunterliegt. Damit ist das Schutzgut besser dran, als durch die mittlerweile starken Eingriffe bei der landwirtschaftlichen Bodenbearbeitung mit schweren Fahrzeugen und Pflügen, die längst nicht mehr nur an der Oberfläche „kratzen“.

Fazit:
Noch ist der Supermarkt nicht gebaut. Jetzt geht es erst mal ins Verfahren, in die sogenannte Bauleitplanung. Erst wenn alle rechtlichen Hürden genommen sind, kann gebaut werden. Bis dahin ist nur sicher, dass nichts sicher ist.

 

Anschrift:
 

Markt Burgheim
Marktplatz 13
86666 Burgheim
Telefon
08432 9412-100
Fax
08432 9412-109

Öffnungszeiten:

vormittagsnachmittags
Montag08:00 - 12:30 Uhr14:00 - 16:00 Uhr
Dienstag08:00 - 12:30 Uhr
Mittwoch08:00 - 12:30 Uhr
Donnerstag08:00 - 12:30 Uhr14:00 - 18:00 Uhr
Freitag08:00 - 12:30 Uhr
 

Aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur nach vorheriger Terminvereinbarung und FFP2-Maske!