Ein Nationalpark geht uns alle an!

Hinter dem Kürzel "NP3" verbirgt sich wesentlich mehr, als es die beiden Buchstaben und die Zahl vermuten lassen. NP3 steht für den dritten Nationalpark in Bayern. Ein potenzieller Standort sind die Donau-Auen in unserer Region.

Vorrangig liegt die Information der Öffentlichkeit beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Unsere Aufgabe als Kommune ist es, die Planung für die Zukunft zu übernehmen und sich Gedanken über potenzielle Einschränkungen zu machen, damit wir unsere Entwicklung für die Zukunft nicht einschränken.

Wir, die Vertreter der kommunalen Politik in unserer Region, nehmen das Thema "Dritter Nationalpark Donauauen" (NP3) gewiss nicht auf die leichte Schulter. Viel Zeit wird investiert, um sich zu informieren - über Vorteile und Nachteile, über wichtige Aspekte, die es im Gespräch mit dem Umweltministerium und maßgeblichen Politikvertretern Bayerns anzusprechen gilt.

Nationalpark - Parkranger mit Gruppe Gemeinsames und ehrliches Ziel aller politisch Verantwortlichen in unserem Landkreis ist, die Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Drei, jeweils mehrtägige, Exkursionen, zahlreiche Informationsveranstaltungen und auch interne Diskussionen boten profundes Wissen, sind aber nun die Grundlage für gezielte Fragen und somit für den weiteren Prozess.

Im Nationalpark Bayerischer Wald, einem Nadelwald-Nationalpark, zeigte sich, welche Chancen die bis dahin gebeutelte Bayerwald-Region durch den Nationalpark bekam: Ausbau der Infrastruktur, ein Plus an Arbeitsplätzen, die touristische Aufwertung und eine herrliche Natur!

Der Nationalpark Berchtesgaden ist ein alpiner Park. Ganz klar: Auch diese Gebietskulisse ist, ebenso wie der Bayerwald, nicht vergleichbar mit unserer Auen-Region. Doch es ging nicht um den 1:1-Vergleich. Die Botschaften dahinter waren relevant: Achtet auf den Prozess bei der Festlegung der Grenzen. Sprecht klar eure Bedenken an, wenn es um die Entwicklungsmöglichkeiten eurer Gemeinde gehen könnte. Nehmt lieber eine Fläche mehr raus als rein. Das und vieles mehr waren die Ratschläge aller Bürgermeister, deren Kommunen in den Nationalparks liegen.

Die letzte Exkursion vom 26. bis 28. Oktober 2017 in den Nationalpark Donau-Auen zwischen Wien und Bratislava bot meines Erachtens die bisher beste Gelegenheit für einen realistischen Vergleich. Der dortige Nationalpark käme dem für uns möglichen Denkmodell schon sehr nahe.

Nationalpark - HinweisschildDie Delegation aus Bürgermeistern, Landrat, Kreistagsvertretern, Mitarbeitern des Landratsamtes und den beiden "Presse-Dauerbegleitern" von Donaukurier (Chefredakteur K.P. Frank) und Neuburger Rundschau (Redakteur Norbert Eibel) hatte auf den Wegen entlang der Donau bei Wien oftmals den Eindruck, als wäre man zuhause bei uns.

Man darf und soll als politisch Verantwortlicher sehr wohl Visionen entwickeln, darf sich gedankliche Entwicklungen für seine Gemeinde, für die Region in schönen Farben ausmalen. Aber ebenso gehören Fakten und Zahlen, der Mehrwert für die Natur und die potenziellen Nachteile für alle möglichen anderen Belange zwingend zu den politischen Betrachtungen.

Auch alle anderen Gesprächspartner nahmen offen Stellung zu unseren Fragen, zu Chancen und Problemen, was letztlich auch den besonderen Gewinn der letzten Exkursion darstellte.

Nationalparkleiter Carl Manzano stand uns Rede und Antwort über Vorzüge und Schattenseiten des österreichischen Nationalparks.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger gab uns den Rat mit, in einer Informations-Offensive die Bevölkerung für das Projekt zu gewinnen. Aus ihrer Sicht wäre die Ausweisung bei uns ein starkes Signal für den Naturschutz, "... denn Umweltpolitik ist heute essenziell und eine Verpflichtung für die nächste Generation.", so Enzinger.

Gerald Oitzinger ist Betriebsleiter im Nationalpark bei Wien. Der Park wird, anders als in Bayern, von einer GmbH verwaltet. Oitzinger geht bewusst neutral auf Vorteile und Schattenseiten ein. Er attestiert der Jagd positive Effekte, denn das Wild kommt heute - im Gegensatz zu früher - aus den Auen heraus. Jährlich werden 100 bis 200 Stück Schwarzwild im Park und 600 außerhalb der Auen geschossen.

Nationalpark - Kreisrat Wendl und Bürgermeister HirschbeckWer sich ernsthaft mit Pro und Contra befasst hat, muss bekennen: Der Nationalpark bietet echte Chancen für unsere Region. Wenn es der Region gut geht, geht es auch den Gemeinden gut.

Er bietet mit hoher Wahrscheinlichkeit auch konkrete Chancen für unsere Gemeinde. Diese zu definieren, in Ziele zu verpacken und zu realisieren, ist eine unserer primären, kommunalpolitischen Aufgaben. Das Ausmaß der Chancen ist für uns sicherlich noch gar nicht allumfassend erkennbar, denn wir sprechen bei einem Nationalpark von Entwicklungszeiten über 30, 40 oder 50 Jahre.

Der Nationalpark ist momentan noch ein zerbrechliches Pflänzchen. Wenn wir dieses zarte Pflänzchen nicht in guten Boden setzen, es dann nicht hegen, pflegen und aufwachsen lassen, vergeben wir eine Chance, die womöglich nicht mehr kommt. Wir berauben unsere Nachkommen eines Mehrwerts in der Zukunft, statt auf weitsichtige Weise eine Grundlage zu schaffen für etwas, das wir jetzt - trotz aller Vorausschau und Sorgfalt - vielleicht noch gar nicht abschätzen können.

Wenn die Nachteile zu regeln sind und sich Chancen für eine positive Entwicklung bieten, dann sollten wir einer Veränderung nicht im Wege stehen. Oder wie es ein Burgheimer Landwirt formulierte: "Wenn es keine echten Nachteile gibt, warum sollte ich dann dagegen sein?!"

Das Thema wird sicher auch weiterhin vielfältig diskutiert. Aber Achtung! Das Phänomen der "Schweigespirale" greift dabei um sich:

Je lauter sich ein paar Wenige artikulieren,

umso eher denkt die schweigende Masse, dies sei die Meinungsmehrheit,

umso mehr gehemmt fühlt sich die schweigende Masse

und umso lauter wird wiederum die Minderheit.

Die Spirale dreht sich. Medien forcieren dies bewusst oder unbewusst, denn sie greifen gerne lautstarke Meinungsmacher auf. Besonders bewusst wurde mir dies bei unserer letzten Exkursion:

Das österreichische Fernsehen drehte im Auftrag des Bayerischen Rundfunks einen TV-Beitrag über unseren Besuch in Österreich. Geplant waren Interviews mit zwei Bürgermeistern, die sich derzeit gegen den Nationalpark aussprechen, aber nicht anwesend waren. Kreisrat Reinhard Reißner hatte spontan vorgeschlagen, man solle doch auf Bürgermeister Georg Hirschbeck aus Rennertshofen oder auf mich zurückgreifen.

Die Frage des Redakteurs an mich: „Sind Sie für oder gegen den Nationalpark?“ Da ich kein Gegner bin, kam ich für das Interview nicht mehr in Frage. Die Spirale dreht sich weiter...

Deshalb wünsche ich mir, dass sich die schweigende Mehrheit öffnet, sich artikuliert, damit die Schweigespirale nicht zu viel Dynamik bekommt.

Ihr Erster Bürgermeister
Michael Böhm

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